Die Geschichte des Schlosses Frederiksborg

Hillerødsholm
Im Mittelalter befand sich am Ort des heutigen Schlosses der Herrensitz Hillerødsholm, der 1275 das erste Mal schriftlich erwähnt wurde. In den folgenden Jahrhunderten gehörte der Herrensitz einigen der vornehmsten Familien des Landes: Hvide, Brok, Ulfeldt und Gøye. Mitte des 16. Jahrhunderts liess das Adelspaar Herluf Trolle und Birgitte Gøye ein neues Hauptgebäude auf einer der drei Seeinseln bauen. In 1560 tauchten sie mit König Frederik II. Hillerødsholm gegen Skovkloster bei Næstved. Der König freute sich sehr über seinen neuen Besitz und gab ihm seinen Namen - Frederiksborg.

Schloss Frederiksborg
Christian IV, der Sohn Frederiks II, wurde auf Frederiksborg in 1577 geboren und fühlte sich dieser Stätte eng verbunden. 1599 wurde mit einem umfangreichen Neubau begonnen, bei dem die alte Anlage abgerissen und ein neues prachtvolles Renaissanceschloss errichtet wurde. Auf dem mittleren Hofplatz wurden um 1613 das Haus des Schlossherrn und das Kanzleigebäude gebaut. Im 17. Jahrhundert diente Frederiksborg den dänischen Monarchen oft als Wohnsitz, aber in den darauf folgenden Jahrhunderten wurde das Schloss von der königlichen Familie selten benutzt. Das Schloss blieb aber von grosser zeremonieller Bedeutung. Während der Periode des Absolutismus in Dänemark (1660-1849), wurden die Könige nicht länger gekrönt, sondern in Frederiksborg Schlosskirche gesalbt.

Das Nationalhistorische Museum auf Schloss Frederiksborg
In den 1850er Jahren diente Frederiksborg König Frederik VII. oft als Residenz. Das alte Schloss war aber nicht ordentlich instandgehalten, und in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 1859 brach ein Feuer aus. Es entstand in einem der kurz vorher eingerichteten Kamine im dritten Stock und hat sich schnell ausgebreitet.  Das Innere des Schlosses wurde gröstenteils zerstört. Nur der Geheimgang und das Audienzhaus gingen nicht Flammen auf. In der Kirche stürzte ein Teil der Deckengewölbe herunter, während der Rest des Raumes gerettet wurde. Der Brand war eine Katastrophe. In der damaligen Zeit wurde Frederiksborg als Nationaldenkmal angesehen, und in den darauf folgenden Tagen begann eine spontane landesweite Spendensammlung, durch die der Wiederaufbau des Schlosses finanziert werden sollte. Zu den ersten Spendern gehörte der Gründer der Carlsberg Brauerei, J. C. Jacobsen, der grosse Bedeutung für die zukünftige Verwendung des Schlosses bekommen sollte. 1877 schlug er vor, in Frederiksborg ein nationalhistorisches Museum einzurichten, ähnlich wie Versailles in Frankreich und Gripsholm in Schweden. Das damit verbundene Ziel war, das Selbstbewusstsein und die Vaterlandsliebe der Dänen in der Zeit nach dem Verlust von Schleswig und Holstein im Jahre 1864 zu stärken. Am 5. April 1878 erliess Christian IX. einen königlichen Erlass, und das Nationalhistorische Museum im Schloss Frederiksborg wurde zu einer eigenen Abteilung der Carlsberg Stiftung.